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Corona Virus – was zum Teufel ist da bloss los?

Nein, ich bin keine Virologin, auch keine promovierte Ärztin oder Epidemiologin. Ich bin nur eine Frau, ein Mami und eine Selberdenkerin, die so einiges im Moment nicht mehr auf die Reihe bekommt. Deshalb kann ich gerade nicht schlafen und beruhige mich mit Summen, Lesen, selber Denken und selber Verstehen. Ein paar Fragen hätte ich dann aber doch noch. Wenn einer meiner Leser oder meiner Leserinnen jemanden kennt, der diese beantworten kann und will – nur zu. Teilen erwünscht.

Es ist gerade 30 Minuten her, 00h15. Obwohl ich es nie tue, habe ich es heute getan. Ich habe 20 Sekunden vor dem Lichterlöschen in meinem Bett sitzend am Handy „nzz.ch“ eingegeben und bin auf die News gestossen, dass Italien nun das ganze Land absperrt. Ohne es steuern zu können, wurde mir schlecht, mein Herz raste und ich konnte nicht mehr klar denken.

Ein typischer Vorgang jedes Gehirns, wenn Angst aufsteigt. Alles wird auf die mögliche Bedrohung fokussiert, die Stresshormone steigern den Blutdruck, die Herzfrequenz und der Blutzuckerspiegel steigen. Zum Glück gibt es aber auch einen Teil im Gehirn, der sogenannte Gyros cinguli, der macht einen Abgleich mit einer anderen Hirnregion, dem Hypocampus (Gedächtnis) und alles KÖNNTE jetzt ok sein. Dumm ist nur, dass wir in unserem Gedächtnis entweder nix zu diesem Thema haben oder fatale angstschürende Bilder.

Alleine schon das Wort „Epidemie“ ist für mich persönlich eine enorme Bedrohung. Liest man aber nach, was eine „Epidemie“ denn wirklich bedeutet, dann merkt man, dass wir das jedes Jahr mit jeder Grippewelle haben. Es gibt sogenannte Schwellenwerte, die in der Schweiz vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) definiert wurden und werden. Sobald also ein gewisser Schwellenwert an Erkrankungen pro 100’000 Einwohner erreicht wird, spricht man von einer Epidemie (grob erklärt).

Die Epidemien der letzten Jahre waren allesamt Influenzas oder eben Grippen. Klingt nicht so sexy wir SARS-CoV2 – aber sie alle waren mächtige Epidemien. Nur, wir wurden nicht mit Bildern dazu gefüttert: Keine Grafiken mit der Anzahl der Infizierten, aufgeteilt nach Kanton, Geschlecht und Alter. Keine roten Farben für die Neuinfektionen. Nur schon die Farbe Rot ist klar eine „Achtungs-Farbe“. Keine animierten Grafiken über Länder hinaus, um dieser bedrohlichen Verbreitung auch noch ein Bild zu schenken.

Wir haben in der Schweiz jedes Jahr im Durchschnitt 1’500 Todesfälle infolge der Epidemie Influenza oder bekannt unter dem langweiligen Namen „Grippewelle“. Grippewelle klingt doch so harmlos. Dagegen klingt SARS-CoV2 heroisch, gefährlich, unbesiegbar. Und ob wir wollen oder nicht – wir sehen schon Leichensäcke überall rumliegen.

Vor einem Jahr wurde die Grippewelle, welche auch über Tröpfchen oder Kontakt verbreitet wird, und welche Jahr für Jahr 1’500 (eintausendfünfhundert!) Menschen im Schnitt das Leben kostet (alleine in der Schweiz) mit dem Titel „Grippe breitet sich in der ganzen Schweiz aus – Das ist zu beachten“ kommuniziert. Was löst das in uns aus? Nichts Schlimmes – und somit auch keine Angst. Hier der Artikel dazu:

https://www.bluewin.ch/de/news/vermischtes/achtung-hier-lauern-toedliche-keime-202137.html

Man hätte schon 2019, 2018, 2017 und 2016 kommunizieren können: „Schon wieder wird die Schweiz von einer tödlichen Epidemie heimgesucht“. Was löst das in uns aus? Angst und Schrecken = Panik.

Aus persönlichen Diskussion weiss ich, dass jetzt das Argument kommt, dass die Angst berechtigt ist, weil wir bei SARS-CoV2 noch keinen Impfstoff haben. Aha. Echt jetzt? Für die Grippe haben wir jedes Jahr einen Impfstoff und dieser wird enorm beworben und genutzt. Trotzdem bedauern wir im Schnitt 1’500 Grippetote. Pro Jahr. Dieses Argument zählt – für mich – deshalb nicht.

Was soll das nun, dass derart Panik geschürt wird? Wir können tausende von Grippefällen jedes Jahr behandeln, ohne dass wir Wirtschaftsbereiche lahmlegen und jetzt kommt etwas daher, was in der Schweiz noch nicht einmal eine Epidemie ist (in anderen Ländern schon) und wir tun so, als wäre es der Weltuntergang?

Ich gehe davon aus, dass ich einen beschränkten Verstand habe. Denn obwohl ich absolut auch der Meinung bin, dass wir Menschen für Menschen da sein sollten und wir uns gegenseitig auch schützen mit Hände waschen, richtiges niesen, usw. – warum zum Teufel werden Veranstaltungen abgesagt? Was ist los in Italien? Was ist anders zu den Jahrzehnten davor? Warum werden wir dermassen mit dem Dämon SARS-CoV2 konfrontiert? Die Grippe ist seit Jahrzehnten jedes Jahr eine Epidemie, warum wird hier nicht gleich gehandelt? Wer mir nicht glaubt, hier sind die aktuellen Zahlen des BAG:

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/saisonale-grippe—lagebericht-schweiz.html

Ich glauben nicht an eine Verschwörungstheorie oder ich will nicht an so etwas glauben. Meine Vermutung geht dahin, dass diese Grippewelle uns zeigt, wir unfähig wird sind, Informationen zu verarbeiten. Ich schliesse mich da mit ein. Und wie unfähig Menschen an ganz wichtigen Positionen sind, welche plötzlich Türgriffe als Todesfallen bezeichnen oder alle Grafiken in rot zeichnen. Oder apokalyptische Bilder mit Text kombinieren. Unser Gehirn verbindet in Millisekunden Bilder mit Emotionen und nimmt diese Erfahrungen dann als „Wahrheit“. Wer für die Öffentlichkeit kommuniziert, muss dies wissen. Ansonsten ist er oder sie einfach nur ein Kommunikations-Scharlatan.

Ich empfehle allen, sehr sehr sorgsam damit umzugehen, was wir lesen und was wir uns anschauen. Und wenn wir es tun, dass wir sehr aufmerksam darauf achten, was in uns abgeht. Und dann helfen wir unseren Gedanken, dass sie sich beruhigen können – indem wir uns selber achtsam informieren. Keine Macht der Angst. Angst ist eine Herrschaftstechnik. Ich mach da nicht mit. Oder ich versuche es wenigstens. Ich mache #gedankenhygiene.

In Liebe,

Claudia

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