Business Frausein Gedankenhygiene

Was ist an der Lohndifferenz diskriminierend?

Soviel vorweg. Wenn du diesen Text liest, dann darfst du jetzt gechillt ein- und ausatmen. Es ist kein feministischer Anti-Text. Ich möchte einfach mal die Sache aus einer anderen Perspektive darlegen und vor allem meinen Gedanken Freilauf gewähren.

Dass Lohndifferenz diskriminierend ist, wird von Gesetzes wegen deshalb so formuliert, weil zwei Drittel der Differenzen begründet werden können und ein Drittel nicht. Dieser unerklärbare Drittel gilt als diskriminierend.

Das Thema interessiert mich als Frau zwar, in der Tendenz ermüdet es mich aber längst. Ich glaube nämlich – oder ganz ehrlich gesagt – ich bin davon überzeugt, dass wir Frauen für diesen letzten Drittel selber verantwortlich sind (um nicht zu sagen selber Schuld). Bevor jetzt der Puls zu hochsteigt – bitte weiterlesen. Was noch kommt ist wertschätzend und menschlich.

Seit 30’000 Jahren existieren wir als Menschen so wie wir uns heute verstehen. Seit 30’000 Jahren gibt es weibliche und männliche Menschen und seit 30’000 Jahren unterscheiden sie sich. Die Emanzipation der Frau, also die Gleichstellung von Mann und Frau, hatte nie zum Ziel, dass wir ein biologisches Einheitsgeschlecht werden sollen. Sie hatte zum Ziel, dass wir die gleichen Rechte haben. Bei den Pflichten müssen wir wohl eher ein Auge zudrücken.

Was die Emanzipation nie konnte und nie werden kann ist die Natur des Menschen zu verändern. Eine Frau bleibt biologisch eine Frau, ein Mann bleibt biologisch ein Mann. Das führt dazu, dass wir selbst in einer Welt mit gleichen Rechten andere Werte leben und fühlen. Und genau da setze ich an. Unsere Werte sind einerseits gesellschaftlich geprägt. Sie entspringen aber auch unserer Natur oder Biologie. Dass das so ist, behaupte nicht ich, dass belegen die zehntausenden Frauen und Männer, die seit 2008 an regelmässigen Studien teilnehmen und interessanterweise folgendes belegen:

Männer sind in der Tendenz zufriedener, je höher ihre Position ist. Sie definieren sich und ihr Gefühl über die Anerkennung anderer Männer. Sie streben nach einer Karriere, wollen schnell aufsteigen und gut verdienen. Bekommen sie einen Job nicht, wollten sie ihn nicht und zudem war er zu schlecht bezahlt.

Frauen sind in allen Hierarchiestufen zufrieden, selbst wenn sie keinen bezahlten Beruf ausüben. Sie definieren sich über ihren Selbstwert. Sie streben nach Sinnhaftigkeit, erachten den Spagat zwischen Familie und Beruf als Herausforderung und der Verdienst ist ihnen nicht so wichtig. Bekommen sie einen Job nicht, zweifeln sie an sich und denken, sie müssten noch besser werden.

Was heisst das nun? Männer und Frauen ticken einfach anders. Und hey. Das ist gut so. Nein, es ist wunderbar!! Das bedeutet nämlich, dass der vermeintlich diskriminierende Drittel gar nicht diskriminierend ist. Er ist erklärbar, weil wir Frauen einfach so sind. Der letzte Drittel zeigt auf, dass der Verdienst einen anderen Wert für Frauen hat. Unser Denken steuert unser Handeln und in Bezug auf Lohnverhandlungen setzen Frauen entweder somit zu tief an oder sie sagen zu schnell ja. Wenn dieser letzte Drittel geregelt werden soll, müsste man Fixlöhne definieren. Ohne Spielraum.

Dieser letzten Drittel zeigt auf, dass die Natur immer siegen wird. Und das finde ich mehr als nur gut. Ich wette, viele Frauen, die das lesen, denken genauso.

Wenn am 22. Februar 2020 zum equal pay day aufgerufen wird, rufe ich in die Geschäftswelt hinaus, dass wir Frauen dankbar sind für die fairen Regelungen. Und ich wünsche mir, dass dieser Lohngleichheitswahn endlich ein Ende nimmt.

Wir sind emanzipiert genug, um für uns einzustehen und dafür zu kämpfen, was uns wichtig ist.

Claudia Schifflechner

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